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waste of mind: german on-line zine
breakfast with horace pinker
by kai

auf ihrer europatour im märz machten horace pinker auch mal wieder im wild at heart station und schliefen an diesem abend auch bei uns im wohnzimmer. vom wild at heart zogen wir aber erst mal noch ins franken, wo wir bis gut vier uhr morgens feierten und als wir dann wieder bei mir waren, zogen sänger scott und gitarist don doch noch mal los und wann sie zurückgekommen sind wussten sie am nächsten tag auch nicht mehr. beim katerfrühstück saßen wir alle vor cnn und verfolgten die ereignisse des zweiten kriegstages. irgendwann rissen wir uns dann aber doch mal von der flimmerkiste los und fanden zeit für ein kurzes interview.

scott:vocals/guitar wie lief die tour bisher, sie ist glaube ich auch nur sehr kurz, lohnt sich das überhaupt?

scott: sie ist sehr kurz. für uns ist die tour eigentlich eher ein gemeinsamer urlaub, ich studiere jetzt wieder und habe gerade springbreak. wir machen jetzt nur noch ein oder zwei mal im jahren kleinere touren, anstatt acht monate im jahr zu touren so wie früher. wir suchen uns jetzt mehr aus wo wir spielen.

ihr habt gerade eine ep rausgebracht und soweit ich weiß ist eure neue platte ja auch schon fast fertig. wieso deshalb diese ep?

bryan: die neue ep ist eine art promotion für die platte. wir wussten das wir für eine woche hier rüberkommen werden und deshalb wollten wir einfach irgendwas draußen haben. wir haben uns noch nicht entschieden welche und wie viele der songs auch auf der platte landen werden. wir haben noch drei songs die wir fertig machen müssen und dann wollen wir noch mal ins studio um mindestens fünf weitere aufzunehmen. wenn wir das alles gemacht haben, werden wir uns an die tracklist machen und sehen welche songs wir auf die platte nehmen.

wie sieht es aus mit dem label, wird die platte auch auf offtime records erscheinen? ist es ein größeres label, ich habe noch nie von ihm gehört?

bryan: du hast noch nie von offtime gehört? schähm dich, das ist mein label, ich habe es 95 gegründet und habe seitdem einige platten veröffentlicht, auch unter anderem at the drive in oder dynamite boy. wir suchen aber noch nach einem label für die platte, denn offtime ist nicht mehr sehr aktiv, es besteht nur noch aus mir und ich habe weder die zeit noch das geld um viel zu machen und die platte korrekt zu promoten. ich werde demnächst noch einen andere scheibe machen und zwar von dem seitenprojekt unseres gitaristen, ein reines akustikprojekt.

don:guitar emo?

don: nein, auf keinen fall, na ja vielleicht emo-folk.

was würdet ihr sagen ist auf der ep anders, als beim vorgänger?

bryan: dies ist unsere dritte platte in den letzten drei jahren, wenn du dir unsere platte von 96 anhörst und dann die von 2000 wirst du merken, dass es zwei völlig unterschiedliche platten sind. bei den letzten drei, der "copper regret", der "red eye regular ep" und der kommenden platte wirst du eher kleine unterschiede feststellen, wobei wir uns sicherlich weiterentwickelt haben und bessere musiker und songschreiber geworden sind. wir versuchen auch immer nicht nur den ein und den selben song immer wieder zu schreiben, wie viele andere bands, sondern mehr zu variieren.

ich hatte das gefühl das in den letzten2-3 jahren vor allem in den staaten aber auch hier punkrock viel aufmerksamkeit bekommen hat, der ein wenig tiefer geht, besseres songwriting hat und nicht einfach nur poppig ist. habt ihr auch davon profitiert?

scott: wir sind nicht auf einem sehr großen label, deswegen geht auch der ganze hype ziemlich an uns vorbei.

bryan: ja, wir haben nicht die große promotion und ich weiß nicht ob es unsere sache einfacher gemacht hat. die letzten jahre haben wir auch einfach noch mal neu angefangen. 96 waren wir fast acht monate am stück unterwegs und wir waren im november in norwegen wo wir festgestellt haben das wir einfach eine auszeit brauchen. wir haben 97 nur eine show gespielt mit face to face, 98 und 99 haben wir uns auf die aufnahmen konzentriert und wenn du nicht beständig draußen bist, vergessen dich die leute. das haben wir auch hier in deutschland gemerkt bei unseren letzten beiden touren, es ist einfach eine komplette neue szene herangewachsen, die niemals zuvor von gehört hat und so müssen wir wieder von vorne anfangen.

ist es manchmal frustrierend, ihr seit so lange schon dabei und andere bands tauchen dann einfach auf der bildoberfläche auf und sind über nacht bekannt?

bryan: denke ich nicht, denn wir machen es nicht für unseren lebensunterhalt, es ist mehr unsere hobby und wir wollen einfach die musik machen die wir gerne hören wollen. wir wollen keine rockstars sein.

bryan:drums scott: wenn wir immer die stories hören von anderen bands, wo der manager den einen oder anderen über das ohr haut, sich bandmitglieder gegenseitig verklagen usw.. das ist nicht wieso wir dabei sein. bryan, wird z.b. von der hälfte seiner bands verklagt..

bryan: at the drive in haben mich z.b. zwei jahre lang verklagt. da braucht man leider um berühmt zu sein, selbst in der punkrockszene. zum glück sind wir nicht berühmt. viele bands die in den usa jetzt größer werden und z.b. auf der warped tour haben gleich mit ganz anderen erwartungen angefangen. als wir vor 10 jahren angefangen haben, haben wir uns gesagt, dass es für uns das größte wäre wenn wir mal auf tour gehen könnten und wir konnten und es war das größte. wir haben unsere erfahrungen gemacht, immer wieder gespielt, die leute haben angefangen uns zu mögen und wir konnten unsere platten rausbringen. jetzt sind die erwartungen, dass man ein rockstar wird, mit dieser oder jenen band spielt, auf der warped tour dabei ist usw... das ist das wo viele der bands drin sind, und das ist nicht worum es geht.

gerade punkrock sollte doch eigentlich anders sein ....

scott: aber ich glaube das ist nicht mehr, nicht seitdem green day, offspring, new found glory und all diese anderen bands in den charts sind.

bryan: ich glaube die neue generation punkbands sind wie die hairbands der 80er. sicherlich nicht alle, es gibt auch einige wirklich gute bands die anders sind, aber viele haben schon viel mit diesen bands gemeinsam.

greg:bass habt ihr einen unterschied zwischen europa und den usa gemerkt?

scott: es ist sehr viel anders, deshalb kommen wir auch so gerne her. in den staaten kümmert sich keiner um dich wenn du nicht sehr viel promotion machst usw. und zwar brauch man auch gute promotion hier, aber es ist doch noch anders. ich glaube viele leute die hier in der musikszene sind, sind es sehr viel länger als in den staaten und es ist mehr ein lebensstil, als in den usa. in den usa sind es leute für ein zwei jahre und danach gehen sie ins college und vergessen für was sie mal standen.

gerade läuft cnn und ich erinnere mich an euer gespräch gestern nacht, wo es glaube ich darum ging, wie man sich in dieser richtung auf der bühne präsentiert, da ihr euch eigentlich als nicht politische band versteht.

don: wir sind keine politische band und wenn wir anfangen "no war" auf der bühne zu schreien, sind das irgendwie nicht wir, obwohl wir natürlich alle daran glauben.

bryan: wir sind hier um musik zu machen. viele unserer freunde wollten nicht das wir diese tour spielen, aber wir haben ihnen einfach gesagt, es ist deutschland und nicht kuwait. wenn jemand uns nicht mag, weil wir amerikaner sind und unsere regierung scheiße baut, hören wir gar nicht hin.

scott: ich glaube in einer punkrockband zu sein ist schon politisch und man muss es auch nicht übertreiben. ich denke unsere songs haben schon eine menge meinung und statements drin, auch politische, aber sie sind etwas mehr verpackt und nicht so offensichtlich. nimm z.b. gemälde, die berühmtesten anti-kriegs bilder wie z.b. das von picasso sind die, bei denen es sehr verpackt ist und wir halten es ähnlich.


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